Für das Visum braucht man eine Einladung. Wenn man in Aserbaidschan sonst niemanden kennt, dann bleibt praktisch nur die Möglichkeit, im Internet zu recherchieren. Örtliche Reisebüros oder auch Hotels bieten einen sogenannten "Visa-Service". Der ist entweder kostenpflichtig oder von einem Mindestumsatz abhängig. Leider kann ich keine Adresse empfehlen, denn selbst buchte ich bei einem Reisbüro, dass wegen der benötigten Klimaanlage Nachzahlungen forderte. Obwohl ich dachte, ich hätte meine Reise schon bezahlt, wurde mir nachträglich Geld abgeknöpft. Konkret ging es um einen Betrag von 200 Euro. Hätte ich das Geld nicht bezahlt, dann hätte ich ohne Klimaanlage schlafen müssen und bei Nachttemperaturen von +30 Grad halte ich das für eine Zumutung. Daraus ziehe ich zwei Schlussfolgerungen:

Erstens: das ist wieder ein Grund, in der kühleren Jahreszeit zu reisen, denn dann ist man auf die Klimaanlage nicht angewiesen.

Zweitens: wenn der Aufschlag für ein klimatisiertes Zimmer auf der Webseite verschwiegen wird, dann halte ich das für irreführende Werbung. Der Aufschlag hätte bekannt gegeben werden müssen.

Nun sage ich, wie das im Allgemeinen funktioniert. Das Reisebüro schickte mir per Post einen Voucher, aus dem hervorgeht, wann ich wo übernachte. In Verbindung damit pro Forma eine Einladung, in der verschwiegen wird, dass ich in Wirklichkeit für die Übernachtung bezahlt hatte. 20% des Preises musste ich per Auslandsüberweisung im Voraus überweisen. Die restlichen 80% bezahlte ich in bar nach meiner Ankunft.

Weiterhin musste die Einladung vom aserbaidschanischen Innenministerium genehmigt werden. Dazu ließ ich meinen Reisepass einscannen und das Dokument schickte ich per E-Mail an eine mir angegebene Adresse. Dabei ist nur eins wichtig: im Pass darf kein Stempel von Armenien drin sein und man darf auch nicht nach Berg-Karabach reisen. Alles weitere ist unwichtig.

Den aserbaidschanischen Behörden geht es nur um zwei Dinge: Es muss klar sein, wer wann wo übernachtet. Und mit dem Feind Armenien darf man nichts zu tun haben.

Das eigentliche Visum kaufte ich dann nach meiner Anreise am Flughafen von Baku. Das läuft so ab. Es gibt einen Schalter mit der Aufschrift "Viza". Dort wurde ich zunächst abgewiesen, denn komischerweise muss man sich zuerst in die Schlange der Einreisenden einreihen und sich einen Einreisestempel in den Pass geben lassen. Erst danach darf man das Visum am Schalter kaufen. Dazu benötigt man vier Dinge: den gültigen Reisepass mit Einreisestempel. Die Einlandung. Den Voucher. Und 60 Euro in bar.

Wohlgemerkt: jeder aserbaidschanische Staatsbürger darf einen Ausländer einladen. Ob er das umsonst tut, das ist eine andere Frage. Wer im Internet recherchiert, der findet durchaus Privatleute oder auch Firmen, welche diesen Visa-Service anbieten. Umsonst ist das wohl in den seltensten Fällen. Folglich muss man kritisch hinterfragen, wieviel der Service kostet und was man für sein Geld bekommt.