Hand aufs Herz: wenn Ihr den Namen "Aserbaidschan" hört, an was denkt Ihr? Doch hoffentlich nicht an ein Grippeschutzmittel. Das heißt "aserbaiban" und hilft gegen Angina Pektoris. Scherz beiseite!

Da ich gelegentlich im Fernsehen "Weltspiegel" schaue, wusste ich bereits etwas mehr. Aserbaidschan ist ein Erdölförderland und könnte theoretisch reich sein. Gleichzeitig ist der Staat eine Diktatur mit monarchistischen Zügen. So sieht man an vielerlei Orten Plakate des verstorbenen "Führers". Nun wurde sein Sohn als Erbe eingesetzt und das lässt tief blicken.

Warum also in eine Diktatur reisen? Gerade deshalb. Ich wollte mir einen Einblick in die Lage verschaffen und möchte Euch dieses Land mal vorstellen. Es gibt ganz einfach eine Klassengesellschaft. Die reiche Oberklasse lebt so, wie es in der Fernsehserie von "Dallas" gezeigt wird. Die arme Unterschicht muss mit ca. 300 Euro pro Monat auskommen. Und wenn man als normaler Tourist ins Land kommt, dann wird man mit der Unterschicht gleichgesetzt. Denjenigen, die das nicht glauben, empfehle ich ein Buch: "Kuckucksuhren in Baku". Dazu der Link: Ingo Petz

Das westliche Nachbarland Armenien hält weiterhin die Region Berg-Karabach besetzt und so lange es dabei bleibt, herrscht zwischen beiden Ländern kein wirklicher Frieden. Zwar wagt Aserbaidschan gegenwärtig keinen Angriff und das liegt vor allem an der Intervention von Ölkonzernen, welche ihre Pipelines nicht gefährden wollen. Trotzdem gilt der Waffenstillstand als brüchig. Es kann durchaus vorkommen, dass einem Schützen mal die Nerven durchgehen und dass einer das Maganzin seiner Kalaschnikow verfeuert. Selbst das ist noch harmlos im Vergleich zum Beschuss mit Panzerabwehrraketen, welche ebenfalls auf beiden Seiten vorhanden sind.

Grundsätzlich gilt der Westen des Landes als gefährlich und von weiteren Experimenten ist abzuraten. Übrigens war ich selbst nicht etwa auch noch im "wilden Westen" von Aserbaidschan. Dazu kann ich also nur das sagen, was ich von anderen gehört oder gelesen habe. In jedem Fall würde ich die einschlägigen Warnungen sehr ernst nehmen!

Umgekehrt war ich wiederum im friedlichen Osten und damit meine ich die Küstenebene des Kaspischen Meeres. Dort war ich im August 2008 und darüber möchte ich etwas mehr erzählen.