Das Land liegt zwischen dem Kaukasus im Westen und dem Kaspischen Meer im Osten. Weil der "wilde Westen" von Aserbaidschan teils armenisch besetzt und teils durch mögliche Kämpfe bedroht ist, würde ich gegenwärtig nicht dorthin fahren. Das heißt im Klartext: ich war nicht im "wilden Westen" und kann auch nicht konkret sagen, wie groß die Gefahr dort tatsächlich ist.

Im Osten bleibt nur die Tiefebene am Kaspischen Meer und dort kann man unbesorgt reisen. Jedenfalls machte ich keine schlechten Erfahrungen. Oder anders gesagt: es gibt zwar Touristenfallen, doch sind die nicht ganz neu und äußern sich ähnlich wie in Italien vor 30 Jahren.

Offiziell gibt es neun verschiedene Klimazonen. Sieben davon befinden sich im Kaukasus und sind gegenwärtig nicht zugänglich. Zwei weitere befinden sich in der Küstenebene des Kaspischen Meeres. Auf anderen Webseiten wird behauptet, der Norden sei subtropisch trocken und der Süden sei subtropisch feucht. Nachdem ich selbst dort war, kenne ich das etwas anders. Trockenheit oder auch Feuchtigkeit bemisst sich eher nach dem Verlauf von Flüssen. Selbst im trockenen Norden gibt es Wälder, falls dort ein Fluss für Abwechslung sorgt. Umgekehrt gibt es im feuchten Süden eine Salzwüste, in welcher deshalb nichts wächst, weil eben der Boden absolut unfruchtbar ist.

Die Sommer sind sehr heiß. Etwa + 35 Grad im Norden und + 45 Grad im Süden. Dummerweise unternahm ich meine Reise im August und von der heißen Jahreszeit ist unbedingt abzuraten! In dem Fall besteht die große Versuchung, Abkühlung in einer klimatisierten Bar zu suchen. Da gibt man nur unnötig Geld aus und hat nichts gesehen. Oder, man badet im Kaspischen Meer. Die Strände sind leider steinig oder auch felsig.

Besser zu empfehlen sind die Monate März bis Mai oder dann September bis November. Im Herbst herrscht allerdings im Süden Regenzeit.

Im Winter kann es manchmal überraschend zu Kaltlufteinbrüchen kommen, welche dann mit schweren Stürmen verbunden sind. Vor allem wurde mir gesagt, dass Betriebe der Gastronomie im Winter weitgehend geschlossen haben.

Landschaftlich kann man auch am Kaspischen Meer so ungefähr alles sehen. Von der Salzwüste bis hin zum Dschungel. Letzteren gibt es vor allem in den Talysch-Bergen, wo bereits ein Naturpark eingerichtet wurde. Dort leben übrigens die letzten Exemplare der kaspischen Leoparden. Selbst habe ich zwar keine gesehen, doch gibt es dort jede Anzahl weiterer Säugetiere, wie z.B. Bären, Hirsche und Rehe. Dazu jede Menge an Vögeln, so vor allem Reiher, Pelikane und Flamingos.

Unter den Fischen ist vor allem der Stör zu erwähnen, welcher den berühmten Kaviar liefert.

In den Dschungeln von Talysch wächst unter anderem auch der Eisenbaum.Sein Holz ist so schwer, dass es im Wasser untergeht. Wie der Name schon sagt, wurde das Holz dieses Baumes früher als Ersatz für fehlende Metalle verwendet. Heute steht der Eisenbaum unter Naturschutz.

Davon abgesehen, ist der Südosten ein Anbaugebiet für Tee und Zitrusfrüchte.