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Olaf Negendank 27. Februar 1953 Kaarst Ich selbst

Geboren bin ich am 27. Februar 1953 in Bonn. Über Kindheit und Jugend kann ich mich bei Gelegenheit an anderer Stelle äußern. Deshalb gehe ich sofort zum Studium über. Das Fach nennt sich «Agrarökonomie». Das sind Wirtschaftswissenschaften mit landwirtschaftlichen Spezialfächern. Meine wissenschaftliche Karriere reichte bis nach Neuseeland. Wie man so sagt, befand ich mich am «schönsten Ende der Welt». Das Land ist klein und die Strukturen sind dort flacher. Meine Aufgabe bestand darin, das Fach Außenhandel an der Universität zu unterrichten. Zur Forschung hatte ich keinerlei Zugang. Dafür übernahm die Universität Aufgaben, welche bei uns zur Berufsschule bzw. zur Erwachsenenbildung zählen. Mein Lehrauftrag war bis Sommer 1989 zeitlich begrenzt. Natürlich machte ich mir Gedanken darüber, ob sich meine neuseeländischen Erfahrungen in der Bundesrepublik überhaupt anwenden lassen.

 

Nun zur EDV oder auch IT: Im Studiengang Agrarökonomie war ein Semester Informatik enthalten. Das war reine Theorie und der Zugang zum Rechenzentrum war so bürokratisch, daß ich davon Abstand nahm.

Anders in Neuseeland. Dort bekam ich eine Woche Einweisung am PC. Der Zweck: Erstellung von Schulungsunterlagen und Recherchen auf Datenbanken. Dort erlebte ich erstmalig, daß der Computer tatsächlich gebraucht wird.

 

Demzufolge erkannte ich in der EDV großartige Perspektiven und hätte mich in dem Fach gerne weitergebildet. Dazu mußte ich mir erst einmal eine Finanzierung aufbauen und das war gar nicht so einfach, weil ich als Rückkehrer aus dem Ausland keine Ansprüche stellen konnte. Wie in der Studentenzeit nahm ich zunächst Jobs an und dabei kam mir eine Ironie zu Hilfe. Ich war in kleineren Betrieben beschäftigt, welche zu dem Zeitpunkt noch keine Computer hatten. So verrichtete ich Tätigkeiten, die später wegrationalisiert wurden. Es war abzusehen, daß ich selber der Rationalisierung zum Opfer fallen würde und so ließ ich mir bescheinigen, daß meine Weiterbeschäftigung an mangelnden EDV-Kenntnissen scheitert. Zu dem Zeitpunkt lebte ich bereits in München. Das Arbeitsamt München nahm die Aussage ernst und spendierte mir im Jahre 1991 eine einjährige Weiterbildung zum EDV-Anwendungstrainer.

Nach heutiger Ansicht war das die sogenannte «Computer-Steinzeit». Damals waren die Programme so primitiv, daß die Gebrauchsanweisung oftmals länger war als das Programm selber. Genau aus dem Grund bestand ein erheblicher Bedarf an Anwendungstrainern.

Sehr bald erkannte ich eine Alternative. Man kann Programme auch benutzerfreundlich und intelligent gestalten und dann dürften einige Trainings entfallen. Allein schon daraus entwickelte sich mein Interesse an der Programmierung. Ich begann mit der Programmiersprache C, die ich mir zuhause an meinem privaten PC selbst beibrachte. Leider konnte ich meine Fähigkeiten nicht nachweisen und so hatte ich bei Arbeitgebern damit keinen Erfolg.

 

Deshalb mußte ich nochmals draufsatteln. Ich entschied mich für SAP. 1997 besuchte ich einen einjährigen Kurs bei Siemens-Nixdorf zum SAP-Entwickler bzw. Organisator. Ein Schwerpunkt meiner Ausbildung lag in der ABAP-Programmierung.

Die Fortsetzung meiner Karriere begann mit einem Fehlstart. Eine Consulting-Firma hatte zunächst ein SAP-Projekt in Aussicht, das sich dann wieder zerschlug. Stattdessen sollte ich veraltete Programmierkenntnisse anwenden, die sich am Markt nicht durchsetzten. Daraus ziehe ich die Lehre, daß man bei Bewerbungen nur die neuesten Kenntnisse angeben sollte. Aus dem gleichen Grund habe ich meinen Lebenslauf verschlankt.

 

Im März 1999 hatte ich dann Erfolg bei der Firma SAPTOOLS in Ismaning bei München. Dort verbrachte ich vier gute Jahre. Diese Firma entwickelt nur ABAP-Programme und ich war selbstverständlich als ABAP-Programmierer beschäftigt.

An der Stelle möchte ich etwas genauer sagen, wo die Schwierigkeiten liegen und wo sie nicht liegen:

Es ist vielfach von Komplexität die Rede. Die Antwort darauf ist die modulare Programmierung. Eine Aufgabe wird in handhabbare Teile gegliedert. So gesehen läßt sich Komplexität in Zeit umrechnen. Bei SAPTOOLS wurde das so gehandhabt: ab dem zweiten Berufsjahr ist ein Programmierer in der Lage, den Aufwand zu schätzen. Dabei kommt es nicht nur auf den Aufwand selber an, sondern auch auf die Begründung gegenüber dem Kunden. Sobald der Aufwand realistisch kalkuliert und akzeptiert ist, läßt sich jedes Problem lösen.

Weiterbildung ist selbstverständlich und bedeutet nur, daß ich Befehle lerne, die mir bisher nicht bekannt waren. Das heißt aber nicht, daß die neuen Befehle schwerer seien müssen. Im Gegenteil: viele Neuerungen dienen dem Zweck, die Arbeit von Programmierern zu erleichtern.

Dafür kenne ich folgende Stufenleiter:

Ein Anfänger bekommt einen gut strukturierten Auftrag mit einem eindeutigen Pflichtenheft.

Der erfahrene Programmierer bekommt auch schwach strukturierte Aufgaben. So erinnere ich mich an «SAP für den Pförtner». Der Auftrag war mit fünf Arbeitstagen kalkuliert. Innerhalb von zwei Tagen realisierte ich die Funktionen, welche unabdingbar notwendig sind. Natürlich ist viel Erfahrung erforderlich, um erkennen zu können, welche Funktionen tatsächlich «unabdingbar» sind. Außerdem kann der Anwender das Ergebnis nur nachvollziehen, wenn er es am Bildschirm sieht. Also übergab ich dem Kunden nach zwei Tagen schon einmal eine abgespeckte Version. Dafür gibt es einen Fachausdruck: Beta-Version. Die drei restlichen Tage reservierte ich für Nachforderungen, die dann auch kamen. So deckte ich ebenfalls die Teile ab, die am Anfang nicht klar waren.

Der nächste Schritt besteht in Eigeninitiative. Einmal hatte ich den Einfall, ein Programm zur Massenänderung von Regionen zu entwickeln. Warum? In den Stammdaten von Debitoren gibt es ein Feld für die Region. Das wird z.B. dann gebraucht, wenn gleichzeitig die Umsätze pro Region ausgewertet werden. Zu dem Zeitpunkt müßten die Regionen in sehr kurzer Zeit nachgepflegt werden. Nun zeigte ich das Programm einem Berater und wies darauf hin, daß die Region nur ein Beispiel ist. Die gleiche Technik ließe sich mit geringfügigem Aufwand auch an andere Felder anpassen. Der Berater verwendete das Programm als Prototyp und sprach die Auswahl der Felder mit der zuständigen Fachabteilung durch. So bekam ich sehr abwechslungsreiche Aufgaben. Solche Programme zur Massenpflege, wie ich sie an einem Beispiel vorführen wollte, sind meistens nur in Verbindung mit weiteren Programmen sinnvoll. Deshalb werden Aufträge häufig im Bündel erteilt und natürlich dauert es einige Zeit, bis ein solches Bündel zustande kommt. Gleichzeitig heißt es: Kunde ist Kunde. Auch wenn ein Auftrag gut strukturiert ist, dann muß er trotzdem gemacht werden.

Die höchste Stufe ist Software-Design in Eigenentwicklung. Die Firma wartet nicht mehr auf einen Auftrag des Kunden, sondern entwickelt eigenständig Programme, die offenkundig Nutzen versprechen. So entwickelte SAPTOOLS ein Tool mit Namen «Commodities». Gemeint ist ein Teil für Warentermingeschäfte. Mit dem Tool oder auch Teil meine ich einen Verbund mehrer Programme. Allein schon um das Konzept erstellen zu können, muß man auch wissen, wie Warentermingeschäfte ablaufen. Dieses Know-How bekamen wir von einer zweiten Firma, welche derartige Geschäfte tatsächlich abwickelt. Die Zusammenarbeit funktionierte solange, wie das Tool noch in Entwicklung war. Schließlich wollte jeder den Erfolg.

Als das Tool schließlich fertig war und auf dem Markt verkauft werden sollte, kam es zum Streit über Urheberrechte. Jeder wollte vom Gewinn den größeren Anteil. Die juristischen Einzelheiten sind mir nicht bekannt. Jedenfalls war der Rechtsstreit für SAPTOOLS tödlich.

Im März 2003 verlor ich meinen Arbeitsplatz aus Gründen von Insolvenz.

Nun dachte ich mir, jeder Job ist besser als keiner und so gelangte ich zu Proopt. Ausgeschrieben bedeutet das die Gesellschaft für Prozessoptimierung, doch in Wirklichkeit war das eine bessere Zeitarbeitsfirma, die sehr wenig Aufträge hatte. Dort arbeitete ich recht wenig und verdiente entsprechend weniger Geld. Aus Mangel an Aufträgen machte auch Proopt pleite.

Meine berufliche Wende ergab sich im März 2007, als ich ein Angebot von der Firma fidis erhielt. Dies ist ein Finanzdienstleister, der sich vorwiegend mit Factoring beschäftigt. Mit der neuen Tätigkeit war ein Umzug nach Kaarst in Nordrhein-Westfalen verbunden. Seitdem entwickele ich für fidis Programme und ich hoffe, dass meine Beschäftigung bis zur Pensionierung ausreicht.

Wer persönlich mit Factoring nichts zu tun hat, der kann den Sinn und Zweck dieser Programme schwer nachvollziehen. Zudem haben wir Geschäftsgeheimnisse.

Da ich einigermaßen gut verdiene, konnte ich mir in der Zwischenzeit etliche Reisen leisten. Damit komme ich zu einem ganz anderen Thema. Geographie war mein Lieblingsfach in der Schule und am liebsten wäre ich Geograph geworden. Das scheiterte leider an der Berufsberatung, welche mir sagte, dass ein Geograph bei uns praktisch keinen Job mehr bekommen kann.

Seitdem beschäftige ich mich privat mit praktischer Geographie. Darunter verstehe ich Reisen abseits des Tourismus, wobei ich aber auch touristische Ziele nicht ganz verschmähe. Es ist ja nur eine Frage der Definition.

Aus den genannten Gründen werde ich meine Homepage Schritt für Schritt auf Reisethemen umstellen. Habt bitte Verständnis dafür, dass dies nicht auf Anhieb gelingen wird. An der Stelle wollte ich einmal gesagt haben, wer ich bin und womit ich mein Geld verdiene. Im weiteren Verlauf möchte ich Euch die Geographie so vorstellen, wie ich sie verstehe.