Seit ich Internet habe, beginne ich keine Reise mehr, ohne die Sicherheitshinweise des auswärtigen Amtes gelesen zu haben. Hier gleich der Link: Auswärtiges Amt

Daneben stellt sich die Frage, ob und inwieweit das auswärtige Amt über mögliche Gefahren informiert ist. In Mazedonien besteht die Besonderheit, daß sich deutsche Soldaten an der Friedenssicherung beteiligen. Man darf davon ausgehen, daß das auswärtige Amt sehr gut informiert ist. Der Umstand, daß die Sicherheitshinweise in den letzten 6 Monaten nicht weiter aktualisiert werden mußten, ist ein gutes Zeichen. Offenbar befindet sich das Land auf dem Wege der Normalisierung.

Erfahrungen aus jüngster Zeit

Nur vor wenigen Tagen bin ich aus Mazedonien zurückgekommen und teile mit, daß ich keinerlei ernsthaften Probleme erlebt habe. Zu keinem Zeitpunkt habe ich mich wirklich in Gefahr befunden. Von Kriminalität habe ich nichts bemerkt. Ganz im Gegenteil: der reine Anstand der Menschen hat mich überzeugt und begeistert und es ist äußerst wahrscheinlich, daß ich das Land noch einmal besuchen werde.

Ein Einwand besteht immer noch: natürlich kann ich nicht alles sehen. Wenn also Bedenken bestehen, dann sollte man zumindest wissen, wie mögliche Gefahren aussehen.

Nur für Skeptiker

Folgende Straftaten sind nach wie vor von schwerwiegender Bedeutung: illegaler Waffenschmuggel bzw. -handel. Mitgliedschaft in einer kriminellen bzw. terroristischen Vereinigung. Auch und gerade deutsche Soldaten haben die Aufgabe, derartige Delikte zu verhindern. Im Prinzip kann jeder Ausländer oder auch Reisende in einschlägigen Verdacht geraten und entsprechend befragt oder kontrolliert werden. Deutschsprachige Reisende haben in dem Fall den Vorteil der gemeinsamen Muttersprache. Man wird wohl eher glaubhaft machen, daß der Verdacht auf die eigene Person nicht zutrifft.

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Der Besitz von und der Handel mit Rauschgift ist strengstens verboten. Ich sage das deshalb, weil in der Vergangenheit Haschisch angebaut wurde. Das gedeiht in Mazedonien sehr gut.

In der Vergangenheit bemerkte ich keinerlei Anzeichen von Kriminalität. Das bedeutet nicht etwa, daß Straftaten von vornherein ausgeschlossen seien. Das heißt aber; - der Ausländer soll nichts davon bemerken und wird auch nicht zum Opfer. Die Gründe liegen im mazedonischen Nationalstolz sowie in der Hoffnung auf Tourismus.

Ich habe mich erneut zu einer Reise entschlossen und baue darauf, daß sich die Einstellung während der letzten 30 Jahre nicht grundlegend verändert hat. 18. Mai 2004: Das bestätige ich heute. Die Einstellung ist unverändert.

Ein weiteres Risiko besteht in der unzureichenden medizinischen Versorgung. Ich habe das mazedonische Gesundheitswesen nicht getestet und will auf dem Gebiet auch keine Experimente vornehmen. Daraus ergeben sich drei Alternativen: entweder, der Reisende ist kerngesund. Oder, er bringt die notwendigen Medikamente selbst mit. Oder, er schließt eine Krankenversicherung ab, welche den Rücktransport in die Heimat vorsieht.

Von exotischen Infektionskrankheiten oder Seuchen habe ich nichts gehört. Eher besteht die Gefahr von Unfällen. Von Unfallschutz habe ich noch nichts bemerkt. Also ist jeder für sich selbst verantwortlich.

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Die Armutskriminalität umfaßt eine Reihe von Fällen, die bei uns unüblich oder wenig bekannt sind. Es sind Fälle, die ich in Mazedonien noch nicht erlebt habe. Das liegt ganz einfach daran, daß ich nicht unbedingt auf meine Kosten die Probe aufs Exempel machen möchte. Doch kenne ich derartige Dinge aus anderen Ländern der Dritten Welt. Deshalb sage ich: Ausländer hab acht! Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

Armutskriminalität

Im Vorfeld hatte ich einige Delikte beschrieben, welche ich in Bezug auf die Dritte Welt für typisch halte. Im Nachhinein muß ich einige Vorwürfe zurücknehem. Die Mazedonier sind anständiger als ich das bisher geglaubt hatte. Die üblichen Maßnahmen der Vorsicht genügen.